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Das Familienprojekt

In wenigen Wochen sitzen wir im Flieger nach Mombasa, Kenia. Kaum zu glauben, in welch kurzer Zeit wir ein eigenes Projekt auf die Beine stellen konnten! Die Verwirklichung eines Traums…

„Wir“, das sind mein Mann Sascha, ich, Pascale, und unsere zwei Kinder Sebastian (11) und Vivienne (10). In Berührung mit Afrika kam in unserer Familie bisher niemand ausser ich. 2008 unternahm ich eine vierwöchige Reise von den Victoria Falls bis nach Kapstadt, wobei ich mit einer Gruppe von zusammengewürfelten Leuten in einem MAN Truck unterwegs war. Wir zelteten auf Campingplätzen an den schönsten Orten und ich habe viele wertvolle Erlebnisse mitgenommen. Was mir allerdings fast vollkommen fehlte, war der Kontakt zu Einheimischen. Nur einmal ergab sich für mich die Möglichkeit, einen Slum zu besuchen und mit einigen Bewohnern und Kindern ins Gespräch zu kommen. Dieser Tag hat mich tief berührt und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Seither trug ich den Wunsch in mir, irgendwann mal wieder nach Afrika zu reisen, am liebsten im Rahmen eines Sozialprojektes, um mich Land und Leuten und den damit verbundenen Freuden und Herausforderungen zu widmen.

Als wir kurze Zeit nach Weihnachten 2020 erfuhren, dass unsere jährliche Familienspende nicht an das gewohnte Projekt gelangen kann, da dieses mittlerweile abgeschlossen wurde, hörte ich zum ersten Mal von der Harrison’s Primary School in Mshomoroni, für welche sich ein gewisser Joshua Schmidli aus Bern einsetzte. Ein kurzes Video, in welchem er und der Schuleiter Harrison sich vor Ort für unsere dorthin getätigte Spende bedankten, berührte mich so sehr, dass ich unbedingt Kontakt zu Joshua aufnehmen wollte. Aus einer E-Mail wurde schnell ein Telefonat und sogleich war der Fall klar, dass wir uns für den Aufbau bzw. Umbau dieser Schule von Blechhütten zu gemauerten Klassenzimmern engagieren möchten. So fingen wir an Spendengelder, Kleider und Schuhe zu sammeln, mit dem klaren Ziel, im Oktober selbst nach Mombasa zu fliegen, um diese Schule vor Ort betrachten und beim Bau mit anpacken zu können.

Die Resonanz auf unseren Aufruf nach Kleidern, Schuhen, Schulsachen und Spielzeug war von Anfang an gross, auch kam im Laufe der Wochen einiges an Spendengeldern zusammen. Weil wir nur über begrenzte Kapazitäten für den Gütertransport verfügen, aber von vielen Familien vernahmen, die gerne Spielzeug schenken wollten, kam unsere Idee auf, einen Spielzeug-Flohmarkt in unserem Dorf Kestenholz zu veranstalten, um die daraus generierten Einnahmen der Harrison’s Primary School zugutekommen zu lassen. Die Vorbereitung dieses Anlasses nahm einige Zeit in Anspruch, hat uns aber auch wahnsinnig berührt! So viele bekannte und unbekannte (!) Menschen brachten mir großartige Spielsachen vorbei (manchmal ganze Wagenladungen!), um unser Projekt zu unterstützen. Aus meiner Praxis und Saschas Rennvelo-Showroom wurde vorübergehend ein Lager, wo wir alles trocken und geschützt unterbringen konnten.

Durch eine einstige Zusammenarbeit in einem anderen Lokalsender gelang es mir sogar, die liebe Renate von TeleM1 für unser Projekt zu gewinnen. Spontan nahm sie sich einen Tag Zeit, um uns zwischen all unseren Kisten und Spielsachen zu filmen und interviewen. Mit ihrer unvergleichlichen Art hat sich uns damit ein tolles Erlebnis verschafft und einen genialen Beitrag kreiert.

Ende Juni 2021 fand dann der Flohmarkt statt, der in ganz Kestenholz und in einigen Dörfern darüber hinaus ein Thema war. Der Ansturm, vor allem in den ersten zwei Stunden, war überwältigend und unzählige Spielsachen fanden zu ihren neuen kleinen und grossen Besitzern. Der gespendete Kaffee und ebenso die vielen von Herzen gebackenen und gespendeten Desserts waren genauso beliebt. Alle waren sehr grosszügig und wir durften am Ende des Tages erschöpft, aber stolz auf eine gefüllte Kasse blicken.
Ein Highlight für mich persönlich war und ist, dass auch Joshua zusammen mit seiner Mutter ganz überraschend am Flohmarkt auftauchte – und uns auch sonst jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht. Durch ihn fühlen wir uns sehr getragen. Aktuell hilft er uns bei der Detailorganisation unserer Reise. Zu merken, dass er uns zu einem unvergesslichen Aufenthalt verhelfen will, ist für uns ungemein wertvoll.

Mitte September wollen wir uns gemeinsam dem Riesenberg an Kleidern und Schuhen widmen, um sie zu sortieren und für den Flugtransport bereit zu machen. Ziel ist, dass die Ware in den 3-4 Wochen, die wir vor Ort sein werden, in Mshomoroni ankommt und wir sie an die Schülerinnen und Schüler sowie an deren Familien und weiteren Bedürftigen verteilen können.

Dieser Gütertransport wird nochmals zusätzliche Kosten aufwerfen. Die bisherigen Spenden werden wie versprochen vollumfänglich für den (Um-)Bau der Schule eingesetzt. Falls sich jemand noch explizit an den Transportkosten beteiligen möchte, sind wir sehr froh und dankbar. Solche Spenden bitte mit dem Vermerk „Transport“ an das bisherige Spendenkonto richten.

Wir danken Euch von Herzen und können es kaum erwarten, das Flugzeug zu besteigen und unsere Familienreise zu starten. Welch Privileg wir haben, uns als Familie auf ein solch einzigartiges Abenteuer einzulassen… DANKE an alle, die uns in irgendeiner Form unterstützen, Ihr seid grossartig!

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